Sachstandsbericht  09_2017

 

Das Ende einer schönen Vision ?

 

 

Die Vorplanungen  für den Erweiterungsbau beim TSV Ost (Neubau einer zusätzlichen Dreifachhalle mit sportlicher Dachnutzung auf dem bestehenden und zu ertüchtigenden Sporthallenkomplex) sind  abgeschlossen (entspricht der einzureichenden Genehmigungsplanung). Es handelt sich, bei Sanierung und Neuerstellung, um insgesamt  nutzbare Sportflächen in Größe von ca. qm 3200 zuzüglich der erforderlichen Nebenräume, was nahezu eine Verdreifachung der bestehenden Kapazität bedeutet.

 

Grundsätzlich ermöglichen dies die Beschlüsse der Delegiertenversammlung vom 01.12.2016, durch die Planung und die Durchführung einer solch großen Baumaßnahme mit überwältigender Mehrheit beschlossen wurde, aber auch eine Kostenobergrenze festgelegt wurde. Erstellt wurden bisher u. a. ein Statuspapier zum Projekt mit Kosten- und Zeitzielen sowie ein Finanzierungsplan, es wurden Absprachen getroffen mit den Zuschussgebern Stadt und Staat, mit Behörden und Banken. Detaillierte Beratungsgespräche mit der Staatsmittelabteilung im BLSV, dem Sportamt, dem Baureferat sowie der Lokalbaukommission der LH München haben stattgefunden, es wurde ein detailliertes Nutzerbedarfsprogramm erstellt, eine Bauvoranfrage mit positivem Erstentscheid liegt vor. Probleme mit den genehmigenden Behörden hinsichtlich Stellplätzen und Baumschutz konnten einvernehmlich gelöst werden.

 

Ausschreibungen und Vergaben für die Bauvorplanungen (Leistungsphasen 1 und 2 gem. HOAI) mit vorgezogener Kostenberechnung nach DIN wurde entsprechend der Vergabevorschriften (VgV) förderunschädlich unterschwellig, aufgeteilt in Teillose, an Fachplaner direkt vergeben, die europaweite Ausschreibung für Bauwerk und Baukonstruktion der Leistungsphasen 3 ff. ist erfolgreich abgeschlossen, Zuschussanträge sind gestellt, ein verbindliches Angebot der Bayer. Landesbank für   Darlehen für die Zwischenfinanzierungen, abgesichert durch eine  beantragte städt. Ausfallbürgschaft, liegt vor,  notwendige Sporthallenersatzzeiten während der Bauphase ab Februar 2018 sind seitens der LH München zugesagt u.v.m. – und das alles im Rahmen unseres sehr ambitionierten Zeitplanes mit Baubeginn im Frühjahr 2018. Auf der Basis der vorliegenden Vor-/Genehmigungsplanung wurden die Fachplaner verpflichtet, vorgezogene Kostenberechnungen nach DIN 276 zu erstellen. Diese liegen nun vor.

 

Leider endet an dieser Stelle die lange Liste der positiven Nachrichten. Die DIN-gerechte Kostenberechnung hat ergeben, dass die von uns angedachte und geplante Bauausführung leider die durch die Vereinsgremien genehmigte  Kostenobergrenze massiv übersteigt. Verschiedene Einsparvarianten, z.B. Streichung der Sportnutzung auf der Dachfläche mit allen bautechnischen Folgen sowie Erhalt des bestehenden Kellergeschosses samt Decke, konnten bisher die zu erwartenden Gesamtkosten nicht annähernd in den Bereich des uns verfügbaren Finanzrahmens absenken. Begründet wird diese massive Steigerung der Gesamtkosten   einerseits durch eine nicht absehbare rasante Steigerung der allgemeinen Kosten im Baubereich seit der Kostenschätzung Anfang 2016 (ca. 10 % pro Jahr !), andererseits erfordert der Aufbau einer zusätzlichen Dreifachhalle auf dem bestehenden Gebäude offensichtlich doch erheblich größere Eingriffe in den Altbestand als ursprünglich zu erwarten war. Erschwerend kommt hinzu, dass  Sicherheiten für mögliche Preissteigerungen sowie Kosten für Unvorherzusehendes auftragsgemäß nicht eingerechnet wurden und sehr schwer abzuschätzen sind, zumal bei vorgezogenen Kostenberechnungen stets Toleranzen von +/-(?) 20 % nicht einklagbar auftreten können und im Bauwesen nicht unüblich sind. Zu beachten ist ferner, dass seitens der staatlichen Zuschüsse Kostensteigerungen grundsätzlich nicht berücksichtigt werden können, da hier die schon ausgeschöpften Kostenobergrenzen einzuhalten  sind.

 

Dies ist leider eine sehr ernüchternde Bilanz, die die  Verwirklichung unseres Bauvorhabens, ein echtes Leucht-turmprojekt, nicht nur gefährdet, sondern mit Sicht auf verantwortungsbewusste Entscheidungen unmöglich macht!

 

Ganz aufgeben wollen wir unser Projekt noch nicht, eine erneute Planungsvariante und die dazugehörige vorgezogene Kostenberechnung auf der Basis anderer Baukonstruktionen (Stahl- bzw. Holzkonstruktion, dann sachbedingt ohne sportliche Dachnutzung) soll  hier noch abgewartet werden, beides sollte bis Mitte Oktober diskussionswürdig vorliegen.

 

Wir  müssen uns jedoch mit dem Gedanken vertraut machen, dass unsere Vision der Neuerstellung einer zusätzlichen Dreifachhalle mit sportliche Dachnutzung auf unserem Bestandsgebäude, überkargend über zu erhaltende Freiflächen, bei der bestehenden Kostenentwicklung ohne zusätzliche Fremdhilfe duch uns nicht zu verwirklichen sein wird.

 

 

München,  05. September 2017

Uli Hesse

Vorsitzender